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Backpacking in Malaysia – Das solltest du nicht verpassen!

temple kek lok penang george town

Inhaltsverzeichnis

Malaysia? Das war mir zwar ein Begriff, aber dort Urlaub zu machen, kam mir niemals in den Sinn. Bis ein eher unschöner Zufall mich und eine Freundin auf eine Backpack Reise dorthin trieb. Ich wusste nichts über Land und Leute und war auch sonst niemals zuvor so richtig mit dem Rucksack unterwegs. Für die Reise nach Chile hatte ich mir zwar einen zugelegt, trotzdem blieben wir dort vermehrt länger an einem Ort und hatten nicht vor von Ort zu Ort zu reisen.
Zwei Mädchen allein in der Ferne – da waren auch meine Eltern etwas skeptisch und dennoch buchten wir uns einen Flug. Ich muss zugeben, dass ich mich kaum vorher informiert hatte. Doch Gott sei Dank hatte meine liebe Begleiterin umso mehr ambitionierte Pläne und Ideen. Ich wollte mich zum ersten Mal etwas treiben lassen, da sonst ich die Person bin, die Reisen bis ins Detail plant. Diesmal sollte es anders sein, diesmal wollte ich das Zepter abgeben und einfach schauen, was mich erwartet und mich gespannt vom Kulturschock überrennen lassen.

Infos Malaysia

  • Amtssprache: Malaysisch (Bahasa Malaysia) und Englisch als Zweitsprache
  • Hauptstadt: Kuala Lumpur
  • Fläche: 330.290
  • Einwohner: 31.164.000 (nach Schätzungen)

Malaysia gefährlich

Das werden sich wahrscheinlich die meisten zu Beginn fragen. Aus unserer Sicht, zwei junge Frauen Mitte zwanzig, können wir von keinerlei negativen Erlebnissen berichten. In keiner Situation hat man uns belästigt oder wir fühlten uns anderweitig bedroht. Im Gegenteil, die Menschen waren fast immer sehr hilfsbereit und freundlich. Nur Taxifahrer wollen einen natürlich typisch tourimäßig das Geld aus der Tasche ziehen. So kann man notgedrungener Weise auch schon mal den einen oder anderen Euro/ Ringgit zu viel bezahlen müssen, da die Autorität der Männer einen schon etwas einschüchtern kann.

tea plantation in cameron highlands
Teeplantagen in den Cameron Highlands, Malaysia

Malaysia beste Reisezeit und Klima

Für Malaysia gibt es je nach Zielort unterschiedlich gute Reisezeiten. Da wir uns an der Westküste aufgehalten haben, richteten wir uns nach diesen. Für Kuala Lumpur bietet sich beispielsweise Dezember, Januar, Februar, Juni, Juli, August an. Die beste Reisezeit für Langkawi liegt im Dezember, Januar, Februar, März, April. Wir waren im März unterwegs und die Temperaturen durchweg seeehr warm mit mindestens 30° C und einer hohen Luftfeuchtigkeit. In Kuala Lumpur regnete und gewitterte es oft im Laufe des Tages für kurze Zeit sehr stark, was an den Temperaturen nichts änderte. Über Kuala Lumpur lag meist eine große Dunstwolke, durch die die Sonne immer nur diesig erschien. Der Westen Malaysias hat fast das ganze Jahr sehr warme, feuchte Temperaturen mit einigen Regenschauern, die aber ab Mai bis August abnehmen und dafür extreme Wärme bringen. Ich kann unsere Reise Zeit für den Westen Malaysias also sehr empfehlen, da es nicht zu heiß war und der Regen schnell wieder trocknete. Wir konnten sogar ein gewaltiges Gewitter auf einem Hochhaus miterleben mit heftigem Donner, wie ich ihn noch nie vorher erlebt hatte. Auch auf Langkawi regnete es morgens und in der Nacht oftmals, sodass in der früh der Sand noch feucht war, aber innerhalb von wenigen Stunden trocknete und das heiße, sonnige Wetter den Tag über blieb.

Sprache Malaysia

In Malaysia wird Malaysisch gesprochen. Englisch ist dennoch für kaum einen vor Ort ein Problem. Ob alt oder jung mit Englisch kamen wir sehr gut weiter und man versuchte uns immer sehr freundlich zu helfen. Auch wenn das Englisch, vor allem im ländlichen Raum, teilweise etwas gewöhnungsbedürftig ist, da viele Worte anders als gewohnt ausgesprochen werden, gibt es öfter mal fragende Gesichter, aber mit Händen und wilden Gesten, schafft man es dann doch meist ans Ziel.

Geld/ Kreditkarte in Malaysia

Die Währung in Malaysia sind Ringgit (MYR) und ungefähr 1 Euro = 4 MYR je nach Tageskurs.

Für die Reise ist eine Kreditkarte ein Muss. Wir haben im Vorfeld in Berlin etwas Geld umgetauscht, dass wir am Flughafen nicht gänzlich ohne etwas dastehen. Vorort haben wir uns dann an allen möglichen Automaten Geld abgehoben. Ihr solltet vorher bei eurer Bank erfragen, ob das problemlos in Malaysia möglich ist. So habe ich es gehandhabt und die Bestätigung bekommen, dass hier keine zusätzlichen Kosten entstehen. Bei der Wahl des Automaten haben wir aus Sicherheitsgründen primär Banken bevorzugt. Je ländlicher allerdings die Gegend, umso mehr freundeten wir uns auch mit einfachen Automaten in Shops an und haben dort keinerlei schlechte Erfahrungen gemacht.

Impfung Malaysia

Für die Einreise in Malaysia haben wir uns extra beim Tropeninstitut über die nötigen Impfungen informiert. Dazu würde ich jedem raten. Hier sagte man uns, dass wir, da wir keine Gelbfiebergebiete bereisen, auch die dazugehörige Impfung nicht benötigen. Einige meiner Standard-Impfungen wurden dann noch einmal aufgefrischt. Hier bitte unbedingt den Impfpass mitnehmen und alles abgleichen lassen. Den Impfpass auch ruhig auf die Reise mitnehmen, dass dieser vor Ort im Notfall angesehen werden kann. Hier könnt ihr auch eine Kopie mitführen, wenn euch das sicherer ist.

Günstige Flüge Malaysia

Günstige Flüge nach Asien sind meistens nicht zu festen Terminen zu bekommen, sondern oftmals nur über spezielle saisonale Angebote. Daher haben wir im Vorfeld immer mal wieder die bekannten Flugreise-Portale befragt. Da wir quasi einen festen Zeitraum vorgegeben hatten, indem wir reisen können, blieb uns nicht viel mehr übrig, als in den sauren Apfel zu beißen. Wir bezahlten etwas über 500 Euro für beide Flüge von Berlin nach Kuala Lumpur und zurück. Wir flogen erst mit AirBerlin und im Anschluss von Abu Dhabi mit Etihad weiter an unser Ziel. Das schlimmste war allerdings der 10-stündige Aufenthalt in Abu Dhabi auf der Rückreise. Ich mit Schnupfen und auf einem Ohr halb taub durch den Druck im Flugzeug und dazu eine Klimaanlage, die auf gefühlt 15 Grad im gesamten Flughafen eingestellt war. Wir hatten natürlich bereits lange Hosen an, allerdings keine weiteren warmen Sachen dabei. An unsere Backpacks war kein Rankommen möglich und an Schlaf so nicht zu denken. Vor solchen langen Zwischenstopps würde ich also jedem abraten und empfehlen lieber etwas mehr Geld in die Hand zu nehmen für eine bessere Verbindung.

Blick zum Meer von Seven Wells Waterfalls auf Langkawi, Malaysia

Fortbewegen in Malaysia

Innerhalb der Stadt Kuala Lumpur ist alles mit öffentlichen Verkehrsmitteln (Zug, Bus) oder Taxi ohne Probleme zu erreichen. Zu Fuß geht man anscheinend eher selten. Von unserem Hotel aus gab es nicht einmal einen richtigen Fußgängerweg, was uns zu Beginn mehrfach irritierte.

Fernere Orte erreicht man mit dem Reisebus, den man am Bahnhof oder online buchen kann. Hier reist man zu günstigen Preisen und bezahlt beispielsweise von Kuala Lumpur zu den Cameron Highlands umgerechnet ca. 7 – 8 Euro pro Person.

In George Town könnt ihr vieles zu Fuß, mit dem Fahrrad oder eben mit dem Taxi erreichen. Ansonsten bringen euch auch dort Busse durch die Gegend.
In den Cameron Highlands gestaltete es sich etwas schwieriger mit der Fortbewegung, sodass wir uns eine geführte Tour zum Erkunden buchten. Vom Busbahnhof zum Hotel nutzten wir einen der eher selten fahrenden Linienbus, der allerdings nur durch eine sehr nette Einheimische die Anweisung bekommen hatte, uns dort für ca. einen Euro abzusetzen. Im Bus machten uns dann andere Mitfahrer darauf aufmerksam, wann wir aussteigen können.

Auf Langkawi bewegt man sich dann mit dem Taxi fort. Den Strand und die Strandpromenade kann man auch problemlos erlaufen. Für Ausflüge zu den Wasserfällen empfiehlt sich dann widerum ein Taxi, was einem direkt am Eingang absetzt. Das Inselhopping kann beispielsweise an der Strandpromenade gebucht werden.

Visum Malaysia

Reisende aus der EU, Schweiz, Australien und USA  benötigen kein Visum. Ihr könnt euch also bis zu 3 Monate in Malaysia aufhalten. Für eine Verlängerung müsst ihr euch schon in eurem Heimatland zur malaysischen Botschaft begeben und einen Antrag stellen oder ihr reist für einige Tage aus und dann wieder ein.

Malaysia Do’s and Dont’s

  • In Malaysia treffen viele verschiedene Religionen aufeinander. Neben der Staatsreligion Islam, gibt es noch Buddhismus (20 %), Daoismus oder Konfuzianismus (2,6 %), das Christentum (9 %) und Hinduismus (6,5 %). Da Malaien oftmals sehr religiös sind, solltet ihr euch auch dementsprechend respektvoll kleiden. Bei den dortigen Temperaturen ist das oftmals nicht gerade eine Freude, aber absolut angemessen.
    In Tempeln und Moscheen werden IMMER die Schuhe ausgezogen. Zusätzlich wird an einigen dieser Orte eine Bedeckung der Arme und Knie vorausgesetzt. Oftmals werden hierfür Tücher gegen einen kleinen Aufpreis verliehen.

  • Auch mit dem Zeigefinger sollte man nicht auf etwas zeigen. Hierfür ist es üblich stattdessen den Daumen zu benutzen.
  • Rülpsen ist übrigens absolut erlaubt und wird akzeptiert. Auch daran muss man sich erst einmal gewöhnen.

Unsere Reise

Wir verbrachten drei Wochen in Malaysia und reisten von Kuala Lumpur über die Cameron Highlands nach Penang (George Town) und letztendlich mit der Fähre nach Langkawi.

Damit aus diesem Reisebericht kein Buch wird, versuche ich mich kurz auf unsere Highlights zu beschränken und euch einige tolle Punkte der Tour zu nennen, die ihr euch unbedingt ansehen solltet, wenn ihr daran vorbeikommt.

All unsere Unterkünfte buchten wir über bekannte Haus-/Wohnungs-Sharing-Seiten, was vielleicht nicht immer die günstigste Variante war, aber vor allem sehr komfortabel und unkompliziert.

Blick von der Dachterrasse auf die Stadt Kuala Lumpur, Malaysia

Kuala Lumpur:

  • Mindestens eine Nacht in einem der Hochhäuser mit Infinity Pool und unglaublichem Blick über die Stadt (z.B. Regalia Residence)
  • Batu Caves besichtigen
  • In die Mall eintauchen und etwas Shoppen
  • Petrona Towers bestaunen (da wir im Hochhaus übernachtet hatten, entschieden wir uns gegen den teuren Eintritt)
  • Ein Abstecher nach China Town machen
  • Das Sultan Abdul Samad Gebäude entdecken
  • Durch die Stadt schlendern, Tempel entdecken und besichtigen (z.B.  Guan Yu Tempel oder Sri Mahamariamman Temple)

Cameron Highlands:

  • Die BOH Teeplantage besuchen
  • Original Tee kaufen
  • In die Wälder des “Mossy Forrest” eintauchen und den Blick genießen
  • In der Schmetterlingsfarm seinen Ekel vor “Raupen mit Flügeln” überwinden
  • Die Kakteen im “Cactus Point” bestaunen

Penang (George Town):

  • Kek-Lok-Tempel erklimmen und begeistert sein
  • Am historischen Hafen spazieren gehen (Chew Jetty)

Langkawi:

  • Am Strand (Cenang Beach) die schönsten Muscheln sammeln, das tropisch-warme Wasser genießen und einfach mal nichts tun… na gut, lesen vielleicht!
  • Inselhopping buchen
  • Shoppen an der Strandpromenade von Cenang Beach
  • Seven Wells Waterfall über die gefühlt tausend Stufen erklimmen, sich dabei von Mücken zerstechen lassen und bei 100% Luftfeuchtigkeit dahinschmelzen

Malaysia zusammengefasst

Malaysia hat so unglaublich viel zu entdecken! Ich hätte niemals gedacht, dass ich die Reise so genießen werde. Ja, die Uhren laufen dort anders als ich es von Europa gewohnt bin und auch an die Standards bezüglich Essen und Unterkunft muss man sich hier und da gewöhnen, aber wenn man, wie ich, ohne große Erwartungen nach Asien reist, kann man alle Erlebnisse aufsaugen und auf sich wirken lassen. Für mich war Malaysia eine kleine Mutprobe und im Nachhinein betrachtet eine der tollsten Erfahrungen, die ich hätte machen können.

Ein Geheimnis

Wir hatten nur einen kleinen “Nahrungsmittelunfall”, der wahrscheinlich durch schlechtes Ei im Mittagessen ausgelöst wurde. Mit einem simplen, aber dringenden Toilettengang gehörte allerdings auch dieser der Vergangenheit an und wir konnten unsere drei Wochen ohne die typischen Erzählungen über endlose Toilettensitzungen oder Erbrechen überstehen.

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